15 March 2026, 12:07

Krefeld kämpft um 80 Prozent Ganztagsbetreuung bis 2026 trotz Finanzlücken

Ein Plakat mit Text und Logo, auf dem steht: "Die Sonderanmeldefrist für die Gesundheitsversorgung ist bis zum 15. August verlängert."

Krefeld kämpft um 80 Prozent Ganztagsbetreuung bis 2026 trotz Finanzlücken

Krefeld treibt die Pläne voran, bis 2026 für 80 Prozent seiner Grundschulkinder eine ganztägige Betreuung anzubieten. Seit 2018 hat die Stadt die Anzahl der Betreuungsplätze im Nachmittagsbereich schrittweise ausgebaut und wird bis 2026 eine Abdeckung von 64 Prozent erreichen. Dennoch bleiben Finanzierungsstreitigkeiten und operative Herausforderungen bestehen, während sich die Verantwortlichen auf die ab kommendem Jahr geltende gesetzliche Verpflichtung vorbereiten.

Der Ausbau begann im Schuljahr 2018/19, als Krefeld jährlich 15 zusätzliche Ganztagsgruppen einrichtete. Dadurch stieg die Zahl der Ganztagsplätze von 3.058 auf 5.862, was 64 Prozent des Bedarfs deckt. Trotz der Fortschritte sieht sich die Stadt weiterhin mit Hindernissen konfrontiert, darunter ein landesweiter Mangel von 47.000 Plätzen sowie unbesetzte Stellen im Bereich der Sonderpädagogik.

Nach dem 2021 beschlossenen Ganztagsförderungsgesetz (GaFöG) des Bundes wird ab August 2026 ein Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung für Erstklässler gelten. Diese Verpflichtung wird in den folgenden Jahren schrittweise auf die nächsten Jahrgangsstufen ausgeweitet. Krefelds Stadtdirektor Markus Schön hat zugesichert, diese Vorgabe zu erfüllen, warnt jedoch vor finanzieller Überlastung, da die Kommune die Hälfte der Betriebskosten tragen muss.

Um Lücken zu schließen, prüfen die Verantwortlichen vorübergehende Betreuungsangebote bis 14 Uhr für Schulen, die keine vollständige Verpflegung anbieten können. Ein weiterer Vorschlag sieht vor, die Gruppengrößen um bis zu zwei Kinder zu erhöhen. Gleichzeitig hat sich Krefeld einer Klage anderer NRW-Städte gegen das Land angeschlossen, um Streitigkeiten über Finanzierung und Organisation beizulegen. Landesprogramme wie Startchancen stellen zwar jährlich 5,7 Millionen Euro für 108 Familienzentren an Schulen bereit, doch die Kommunen halten die Unterstützung für unzureichend.

Das Schuljahr 2026/27 markiert den Beginn der verpflichtenden ganztägigen Betreuung für Erstklässler in Krefeld. Die Stadt strebt eine Abdeckung von 80 Prozent an, muss jedoch Finanzierungsengpässe und logistische Hürden überwinden. Die Klage gegen das Land NRW unterstreicht die anhaltenden Spannungen darüber, wie der Bundesauftrag gerecht umgesetzt werden kann.

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