16 March 2026, 16:11

Kirchenaustritte in NRW sinken leicht – doch der Mitgliederschwund geht weiter

Ein altes Dokument mit einer Zeichnung der St. Erasmus Kirche umgeben von Bäumen und Himmel, unterzeichnet von der deutschen Regierung.

Kirchenaustritte in NRW legen leicht zurück - Kirchenaustritte in NRW sinken leicht – doch der Mitgliederschwund geht weiter

Die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen verzeichnet einen leichten Rückgang der Austrittszahlen, doch der allgemeine Mitgliederschwund hält an. Im Jahr 2025 verließen 84.440 Menschen die Kirche – ein geringer Rückgang gegenüber den 86.946 Austritten im Vorjahr 2024. Dennoch ist die Zahl der Katholiken im Land in den letzten Jahren von 5,8 auf 5,6 Millionen gesunken.

Seit 2020 ist der Mitgliederschwund besonders ausgeprägt, mit einem deutlichen Anstieg der Austritte in den Jahren 2021 und 2022. Dieser Anstieg folgte auf die Enthüllungen von Missbrauchsskandalen innerhalb der Kirche. Kirchenvertreter führen die Verluste auf allgemeine Trends wie Säkularisierung und nachlassende religiöse Praxis zurück. Unabhängige Experten hingegen sehen die Hauptgründe in institutionellem Misstrauen, den Folgen der Missbrauchsfälle und der gesellschaftlich gestiegenen Akzeptanz, organisierte Religion zu verlassen.

Das Erzbistum Köln meldete für 2025 einige positive Signale, darunter eine Zunahme an Erwachsenentaufen und Gottesdienstbesuchern. Generalvikar Guido Assmann bezeichnete diese Entwicklungen als ermutigend. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller hingegen wies solche Trends als oberflächliche Verbesserungen zurück und warnte, dass die tiefer liegenden Vertrauensprobleme weiterhin ungelöst seien.

Insgesamt übersteigen nach wie vor die Zahlen der Verstorbenen und Austretenden die der Neuaufnahmen und Taufen im gesamten Bundesland. Auch die evangelische Kirche in Nordrhein-Westfalen verzeichnete 2025 weniger Austritte als im Vorjahr – ein ähnlicher Trend wie bei den Katholiken.

Obwohl die Austrittsrate leicht nachgelassen hat, schrumpft die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen weiter. Die Gesamtzahl der Mitglieder liegt nun bei 5,6 Millionen, nach 5,8 Millionen in den vergangenen Jahren. Kirchenvertreter verweisen auf kleine Erfolge bei der Bindung der Gläubigen, doch Kritiker betonen, dass die strukturellen Herausforderungen bestehen bleiben.

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