14 March 2026, 16:05

Ist Sienna Rose echt oder nur eine KI-Erfindung der Musikindustrie?

Ein Mann im Anzug und Krawatte spricht vor einer Wand in ein Mikrofon, wahrscheinlich in Reaktion auf Nachrichten über ein Regierungsgesetz, das das Internet verbieten soll.

AI-Sängerin: Wer ist Sienna Rose - und warum sucht das Internet nach ihr? - Ist Sienna Rose echt oder nur eine KI-Erfindung der Musikindustrie?

Die rätselhafte Soul-Sängerin Sienna Rose sorgt für Aufsehen – nicht nur wegen ihrer Musik, sondern weil unklar ist, ob sie überhaupt existiert. Mit fast zwei Millionen monatlichen Hörern auf Spotify mehren sich die Spekulationen, dass es sich bei ihr nicht um eine echte Künstlerin, sondern um eine KI-Schöpfung handeln könnte. Recherchen von Journalisten und Online-Ermittlern haben Verbindungen zu Produzenten aufgedeckt, die für die Erfindung künstlicher Pop-Akte bekannt sind.

Die Debatte entzündet sich vor dem Hintergrund des wachsenden Einflusses von KI-generierter Musik auf die Branche. Plattformen wie Spotify stehen in der Kritik, mit synthetischen Tracks Profite zu machen. Gleichzeitig warnt die UNESCO, dass menschliche Musiker bis 2028 fast ein Viertel des Marktes an KI verlieren könnten.

Sienna Roses rasanter Aufstieg nährt von Anfang an Zweifel. Ihr Spotify-Profil beschreibt sie als "Geschichtenerzählerin des Herzens", deren sanfte, emotional tiefe Songs gelobt werden. Doch Fans stutzen über seltsame Details: Es gibt keine Live-Auftritte, kaum Social-Media-Präsenz und eine ungewöhnlich schnelle Veröffentlichung neuer Titel. Internetrechercheure gruben tiefer und fanden heraus, dass ihre Wurzeln beim Label Nostalgic Records und dem Produzenten Maksim Muravjov liegen – einem Spezialisten für KI-generierte Künstler.

Weitere Verbindungen führten zu Hafsteinn Runarsson, einem KI-Experten aus Norwegen. Runarsson hat bereits mehrere Pop-Avatare erschaffen und Kurse zum Vermarkten von KI-Musik gegeben. Roses Instagram-Profil behauptet, sie lebe in Norwegen – genau wie beide Männer. Zwar ist das kein Beweis, doch die Verbindung verstärkt die Skepsis.

Finanzdaten deuten darauf hin, dass ihre Macher wöchentlich über 2.000 Euro allein durch Spotify-Streams einnehmen – hochgerechnet rund eine Million Euro pro Jahr. Die Gewinne spiegeln einen größeren Trend wider: Der YouTuber Rick Beato warf Spotify vor, KI-Musik aus Profitgier zu pushen, und verwies darauf, dass Bots 85 Prozent der Streams für künstliche Künstler generieren. Als Reaktion löschte Spotify im Jahr vor Herbst 2025 rund 75 Millionen KI-Titel. Der Konkurrent Deezer kennzeichnet KI-generierte Musik mittlerweile deutlich.

Sogar Prominente gerieten in die Kontroverse. Als Selena Gomez einen von Roses Songs in einem Instagram-Post teilte, ging das Video viral – löste aber auch Spott und neue Fragen zur Authentizität der Sängerin aus. Der Vorfall zeigte, wie sehr die Grenzen zwischen echten und synthetischen Künstlern verschwimmen.

Der Fall Sienna Rose steht exemplarisch für die wachsenden Herausforderungen der Musikbranche, während KI-Tracks an Boden gewinnen. Plattformen wie Spotify und Deezer passen ihre Richtlinien an, doch die finanziellen Anreize bleiben stark. Angesichts der UNESCO-Prognose, dass menschliche Musiker bis 2028 24 Prozent Marktanteile verlieren könnten, wird der Aufstieg künstlicher Künstler kaum zu bremsen sein.

Bisher bleibt Roses wahre Natur ungeklärt. Doch ihre Geschichte verdeutlicht, wie stark die Technologie die Kreativität verändert – und wer davon profitiert.

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