Hochradioaktiver Atommüll erreicht Ahaus nach 170-Kilometer-Fahrt unter Protesten
Julian SchmitzHochradioaktiver Atommüll erreicht Ahaus nach 170-Kilometer-Fahrt unter Protesten
Atommüll-Transport erreicht Ahaus nach 170-Kilometer-Fahrt
Ein Transport mit hochradioaktivem Abfall ist am Mittwochmorgen sicher im niedersächsischen Ahaus eingetroffen, nachdem er vom Forschungszentrum Jülich aus eine 170 Kilometer lange Strecke zurückgelegt hatte. Die Fahrt, die um 10 Uhr begann, stand unter strenger Polizeibewachung und wurde von Protesten antiatomkraftbewegter Aktivisten begleitet.
Der Konvoi, der einen Castor-Behälter mit abgebrannten Brennelementen transportierte, verließ Jülich unter massiven Sicherheitsvorkehrungen. Die Polizei sperrte Straßen ab und setzte Flutlicht ein, um die Sicherheit zu gewährleisten. Während der gesamten Fahrt gab es keine Zwischenfälle.
Vor dem Zwischenlager Ahaus versammelten sich Atomkraftgegner, als der Transport eintraf. Bei den Kundgebungen verhandelte die Mahnwachen-Organisatorin Hanna Poddig mit den Behörden, um Demonstranten zu ermöglichen, sich dem Gelände mit Fahrrädern zu nähern. Poddig argumentierte, solche Transporte müssten gestoppt werden, bis ein Endlager für den Atommüll gefunden sei.
Bei diesem jüngsten Transport handelt es sich um den 50. Castor-Behälter, der seit Beginn der Großtransporte vor fast 28 Jahren nach Ahaus gebracht wurde. Der Abfall stammt aus den Kernkraftwerken Neckarwestheim und Gundremmingen. Innenminister Herbert Reul (NRW) räumte zwar die Sorgen der Bevölkerung ein, wies jedoch darauf hin, dass in Zukunft mit bis zu 150 weiteren Transporten zu rechnen sei. Er hoffe, dass die Routine die Spannungen verringern werde.
Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Patrick Schlüter, kritisierte den Zeitplan der Aktion als schlecht geplant und als Belastung für die Sicherheitskräfte.
Der Atommüll erreichte ohne Störungen sein Ziel, doch die Proteste zeigten erneut den anhaltenden Widerstand gegen solche Transporte. Die Behörden bestätigten, dass weitere Lieferungen folgen werden – die Sicherheitsmaßnahmen bleiben dabei oberste Priorität.






