Henkel kauft Olaplex für 1,4 Milliarden Dollar und rettet die Kult-Haarmarke
Jakob WagnerHenkel kauft Olaplex für 1,4 Milliarden Dollar und rettet die Kult-Haarmarke
Henkel übernimmt US-Haarpflegemarke Olaplex für rund 1,4 Milliarden Dollar
Der deutsche Konsumgüterkonzern Henkel hat sich auf den Kauf des US-amerikanischen Haarpflegeherstellers Olaplex für etwa 1,4 Milliarden Dollar geeinigt. Die Übernahme markiert einen bedeutenden Wandel für Olaplex, das in den vergangenen Jahren mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Die Aktionäre haben dem Verkauf zugestimmt, und die Transaktion soll voraussichtlich Ende 2026 abgeschlossen werden – vorbehaltlich der noch ausstehenden regulatorischen Prüfungen.
Der Kaufpreis von 2,06 Dollar pro Aktie liegt rund 55 Prozent über dem Schlusskurs von Olaplex am 25. März. Die Investoren reagierten positiv: Nach der Bekanntgabe stieg der Aktienkurs des Unternehmens im vorbörslichen Handel um fast 50 Prozent.
Olaplex sorgte erstmals 2014 mit seiner innovativen Haarpflege-Technologie auf Basis von Bindungsaufbau für Furore. Die Marke gewann schnell an Beliebtheit und revolutionierte den Markt mit Produkten, die geschädigtes Haar reparieren sollten. Doch nach der Übernahme der Mehrheit durch die Beteiligungsgesellschaft Advent International vor dem Börsengang 2021 wandelte sich das Blatt.
Es folgten finanzielle Turbulenzen: Der Umsatz sank von 458 Millionen Dollar im Jahr 2023 auf 423 Millionen Dollar (rund 370 Millionen Euro) im Jahr 2025. Das Unternehmen rutschte von einem Nettogewinn von 61,5 Millionen Dollar 2023 in die Verlustzone und verbuchte 2025 ein Minus von 9,2 Millionen Dollar. Der Wettbewerb verschärfte sich, und Olaplex verlor an Marktanteilen. Der Aktienkurs stürzte um fast 95 Prozent ab – von fast 30 Dollar nach dem Börsengang auf nur noch 1,33 Dollar, bevor Henkel sein Angebot unterbreitete.
Henkels Gebot bewertet Olaplex mit einem Aufschlag von 45 Prozent auf den durchschnittlichen Aktienkurs der letzten 30 Tage. Der Dax-Konzern plant, das globale Vertriebsnetz des Unternehmens zu nutzen, um die Reichweite der Marke auszubauen. Trotz der Übernahme bleibt Olaplex als eigenständige Marke unter dem Dach von Henkel erhalten.
Sämtliche notwendigen Unterschriften liegen vor, und der Private-Equity-Investor Advent International, der Olaplex unterstützt, hat die Zustimmung der Aktionäre bestätigt. Nun steht noch die endgültige kartellrechtliche Freigabe aus, bevor die Transaktion in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden kann.
Mit der Übernahme stärkt Henkel seine Position im Premium-Haarpflegesegment. Die Bindungsaufbau-Technologie von Olaplex soll künftig von den globalen Ressourcen und Vertriebskanälen des Konzerns profitieren. Sobald die behördlichen Genehmigungen vorliegen, wird der Deal voraussichtlich Ende 2026 offiziell vollzogen.






