Heidelberg Materials schließt Zementwerk Paderborn – Ende für klimafreundlichen Ternocem®
Lotta HofmannHeidelberg Materials schließt Zementwerk Paderborn – Ende für klimafreundlichen Ternocem®
Heidelberg Materials schließt Zementwerk in Paderborn – Ende der Produktion klimafreundlicher Zemente
Heidelberg Materials stellt den Betrieb seines Zementwerks in Paderborn ein und beendet damit die dortige Produktion von CO₂-armen Zementen. Die Entscheidung ist Teil eines umfassenden Plans zur Optimierung des europäischen Produktionsnetzes des Konzerns. Seit der Bekanntgabe sind die Aktienkurse deutlich gefallen – ein Zeichen für die Sorgen der Anleger angesichts des strategischen Wandels.
Das Werk in Paderborn, in dem 53 Mitarbeiter beschäftigt waren, betrieb seit 2022 einen kleinen Drehrohrofen im Pilotbetrieb. Schwerpunkt war die Erprobung von Ternocem®, einem innovativen Zement mit geringem CO₂-Fußabdruck. Mit der Schließung wird die weitere Entwicklung dieses Produkts an einen anderen Standort verlagert.
Heidelberg Materials kündigte an, sozialverträgliche Lösungen für die betroffenen Beschäftigten zu suchen, darunter mögliche Versetzungen in nahegelegene Betriebe. Die Tochtergesellschaft Mineralik wird trotz der Werksschließung ihren Steinbruch und das Transportbeton-Geschäft in Paderborn weiterbetreiben.
Die Schließung wirkt sich bereits auf die finanzielle Performance des Unternehmens aus. Am 12. März 2026 brachen die Aktien um 4,1 % auf 163,30 Euro ein und setzten damit ihren Abwärtstrend fort. Innerhalb des letzten Monats verlor die Aktie fast 18 %, seit Jahresbeginn beläuft sich der Kursverlust auf über 20 % – gemessen am 52-Wochen-Hoch von 241,80 Euro.
Hintergrund der Entscheidung ist ein deutlicher Rückgang der Zementverkäufe, während Heidelberg Materials auf klimaneutrale Produktion umstellt. Das Paderborner Werk hatte bisher eine einzigartige Marktposition bei diesen Produkten inne – dieser Vorteil geht nun verloren.
Mit der Schließung endet Paderborns besondere Rolle in der Herstellung CO₂-armer Zemente; die Entwicklung wird künftig an anderen Standorten vorangetrieben. Für die betroffenen Mitarbeiter sind Unterstützungsangebote vorgesehen, während der Steinbruch- und Transportbetonbetrieb des Unternehmens weiterläuft. Die finanziellen Folgen der Umstrukturierung sind bereits spürbar: Die Aktie hat deutlich an Wert verloren.