14 March 2026, 06:17

Günther Jauch kauft Loriots historisches Seegrundstück in Starnberg

Ein altes Buch mit einer zentralen Deutschlandkarte, umgeben von Illustrationen und Text, strahlt einen klassischen und zeitlosen Look aus.

Günther Jauch kauft Loriots historisches Seegrundstück in Starnberg

Günther Jauch hat das historische Seegrundstück von Vicco von Bülow in Starnberg erworben, das einst dem legendären Komiker gehörte, der unter seinem Künstlernamen Loriot bekannt wurde. Obwohl viele annehmen, dass seine berühmten Werke dort gedreht wurden, fanden die meisten Produktionen an anderen Orten statt.

Jauch, ein langjähriger Verehrer von Loriots Humor, hat bereits Erfahrung mit der Bewahrung kultureller Denkmäler: Er unterstützte zuvor die Restaurierung des Marmorpalais in Potsdam am Heiligen See.

Vicco von Bülow entstammte einer alten mecklenburgischen Adelsfamilie, deren Wappen einen goldenen Pirol zeigte – die Inspiration für sein Pseudonym "Loriot". Bevor er im Film und Fernsehen berühmt wurde, veröffentlichte er in den 1950er-Jahren humorvolle Bücher. Titel wie Der unentbehrliche Ratgeber für das Benehmen in feiner Gesellschaft oder Glücklich verführt: Zwei Fachleute verraten 20 erprobte Liebestrick zeugten von seinem scharfen Witz.

Seine Filmkarriere umfasste zwei große Produktionen: Ödipussi (1988) und Pappa ante Portas (1991). Beide Filme spielten Evelyn Hamann an seiner Seite, seine Leinwandpartnerin seit 1976. Während Ödipussi Szenen im Imperiale Palace Hotel in Santa Margherita Ligure zeigte, entstand Pappa ante Portas in München, Hamburg und Spanien. Letzterer erzählt vom Rauswurf Heinrich Lohses aus dem Axel-Springer-Hochhaus in Berlin-Kreuzberg, der den Niedergang seiner Familie auslöst.

Frühere Werke wie Ödipusstadt (1975) wurden in München und Umgebung gedreht. Die Der Ausflug-Sketchreihe (1977) nutzte bayerische Studios und Wälder bei Tutzing – jedoch nicht Starnberg selbst. Selbst sein ikonischer Sketch Zimmerverwüstung (1976), in dem ein kleines Missgeschick in Chaos eskaliert, entstand nicht in seinem Haus am See.

Trotz der öffentlichen Wahrnehmung diente Loriots Anwesen am Starnberger See nur selten als Drehort. Seine Verbindung zur Region blieb privat, nicht beruflich.

Mit dem Kauf erweitert Jauch sein Portfolio um ein weiteres kulturell bedeutendes Anwesen. Loriots Vermächtnis lebt in seinen Filmen, Sketchen und Schriften weiter – die meisten jedoch fernab seines Starnberger Rückzugsorts. Das Haus geht nun in die Hände eines Gleichgesinnten über, der für seinen Erhalt sorgen wird.

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