Falsche Facebook-Seite lockt mit billigen Nahverkehrs-Tickets in die Datenfalle
Lukas RichterFalsche Facebook-Seite lockt mit billigen Nahverkehrs-Tickets in die Datenfalle
Eine gefälschte Facebook-Seite, die vorgibt, den öffentlichen Nahverkehr Düsseldorfs zu vertreten, hat Nutzer mit einem Angebot für sechs Monate unbegrenztes Fahren hereingelegt. Bei dem Betrug, der Tickets für nur 2,35 Euro verspricht, werden Opfer dazu verleitet, persönliche und finanzielle Daten preiszugeben. Ermittler haben ein weitverzweigtes Netz ähnlicher Betrugsmaschen aufgedeckt, die weltweit Verkehrsnutzer ins Visier nehmen.
Der Schwindel begann mit einem Beitrag auf einer Seite namens "ÖPNV Düsseldorf", die den offiziellen Auftritt der städtischen Verkehrsbetriebe imitierte. Die erst kürzlich erstellte Seite mit gerade einmal zehn Followern warb mit einem sechsmonatigen Unlimited-Ticket für 2,35 Euro – angeblich zum gefeierten 25-jährigen Jubiläum. Die Rheinbahn, der tatsächliche Betreiber, bestätigte, dass es ein solches Ticket nicht gibt und das echte Jubiläum bereits 2021 stattfand.
Der Beitrag enthielt einen Link zu einer Website, die zwar das Logo der Rheinbahn zeigte, jedoch eine andere Domain nutzte und kein Impressum aufwies. Nutzer, die darauf klickten, wurden aufgefordert, Fragen zu beantworten und persönliche Angaben einzugeben – darunter auch Kreditkartennummern. CORRECTIV.Faktencheck testete die Seite und stellte fest, dass jeder Teilnehmer die angebliche Verlosung "gewann", nur um anschließend zu weiteren Zahlungen aufgefordert zu werden.
Hinter der Masche stecken Betreiber, die mit Bots die Glaubwürdigkeit der Beiträge erhöhen und diese gezielt über Facebook-Werbung verbreiten. Diese Methode wurde bereits auf über 1.000 gefälschten Seiten in mehr als 60 Ländern angewendet – stets mit demselben Schema: Lokale Verkehrsanbieter werden nachgeahmt, um mit erfundenen Jubiläen und nicht existierenden Tickets an persönliche und finanzielle Daten zu gelangen.
Die Rheinbahn warnt die Öffentlichkeit, dass es kein sechsmonatiges Ticket zu diesem Preis gibt. Die Behörden raten Nutzern, offizielle Seiten zu überprüfen und keine sensiblen Daten auf unseriösen Websites einzugeben.






