Europas Industrie warnt vor Kollaps durch strenge EU-Klimaregeln
Mehr als 36 große europäische Industrieunternehmen fordern dringende Reformen des EU-Emissionshandels. In einem Schreiben an den EU-Ratspräsidenten António Costa und den zyprischen Präsidenten Nikos Christodoulides warnen die Konzerne vor steigenden Kosten und Schäden für den europäischen Industriestandort. Zu den Unterzeichnern zählen ArcelorMittal, BP, BASF und ThyssenKrupp.
Nach den EU-Vorgaben müssen Industrieanlagen Zertifikate erwerben, um Treibhausgase ausstoßen zu dürfen. Bisher wurden Teile dieser Emissionsrechte kostenlos zugeteilt, doch das Klimapaket „Fit für 55“ hat die meisten dieser Freizuteilungen schrittweise abgeschafft, um die globale Erwärmung zu begrenzen. Unternehmen sehen sich nun mit höheren Kosten konfrontiert, wenn sie ihre Emissionen langsamer reduzieren, als die verfügbaren Zertifikate knapper werden.
Die Unternehmen argumentieren, dass das System nicht mehr den globalen Realitäten entspreche. Sie werfen der EU vor, mit der raschen Erhöhung der CO₂-Kosten für die heimische Industrie allein zu handeln. Im Schreiben heißt es zudem, dass die Infrastruktur für Strom, Wasserstoff sowie den Transport und die Speicherung von CO₂ für die industrielle Transformation weiterhin unzureichend sei.
Um Wettbewerbsnachteile auszugleichen, hat die EU den CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) eingeführt. Dieser zielt auf kohlenstoffintensive Importe ab, sieht jedoch Ausnahmen für Länder mit eigenen Emissionshandelssystemen vor. Gleichzeitig fließen die Einnahmen aus dem Emissionshandel in Klimaschutzmaßnahmen, etwa den Ausbau von Wasserstoffnetzen.
Die Unternehmen fordern nun sofortiges Handeln, um den weiteren Kostenanstieg zu stoppen. Ohne Änderungen drohe dem europäischen Industriestandort weiterer Schaden, warnen sie. Das Schreiben betont zudem den dringenden Bedarf an besserer Infrastruktur, um die Transformation zu unterstützen.






