EU verliert seit 20 Jahren Marktanteile im Golf – jetzt droht der Abschied
Lukas RichterEU verliert seit 20 Jahren Marktanteile im Golf – jetzt droht der Abschied
Handel zwischen EU und Golfstaaten schwächt sich seit 20 Jahren ab
Vor 20 Jahren stellte die EU noch 26 Prozent der Importe in der Golfregion – doch bis 2024 ist dieser Anteil auf nur noch 18 Prozent gesunken. Angesichts der anhaltenden Konflikte im Nahen Osten fordern Ökonomen nun eine neue Initiative, um die wirtschaftlichen Beziehungen zu stärken.
Eine aktuelle Studie des Kölner Instituts für Wirtschaftsforschung (IW) zeigt, wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate gezielt ihre Handelspartner diversifizieren. Deutschland bleibt unterdessen ein wichtiger Lieferant für die Region und exportiert weiterhin Schlüsselgüter wie Autos, Pharmaprodukte und Maschinen.
Das IW plädiert für ein neues Handelsabkommen, das beiden Seiten erhebliche Vorteile bringen könnte. So könnte die EU etwa kohlenstoffarmen Stahl oder kostengünstigen Wasserstoff aus der Golfregion beziehen. Der Bericht verweist zudem auf die bevorstehenden großflächigen Reparaturen an der durch Kriege beschädigten Energieinfrastruktur – ein Bereich, in dem deutsche Maschinenbauer eine zentrale Rolle spielen könnten.
Um diese Chancen zu nutzen, drängt das IW die EU, zügig formelle Handelsverhandlungen mit den Golfstaaten aufzunehmen. Ein solches Abkommen würde, so die Argumentation, die langfristige wirtschaftliche Zusammenarbeit sichern.
Seit 2004 verliert die EU kontinuierlich Marktanteile bei den Golf-Importen. Ein Handelsabkommen könnte diesen Trend umkehren, indem es deutsche Industrieexporte fördert und neue Energieimporte ermöglicht. Die Empfehlungen des IW setzen die Politik nun unter Zugzwang – bevor globale Konkurrenten die Lücke schließen.






