15 March 2026, 06:07

EU-Saatgutverordnung bedroht Vielfalt und Existenz kleiner Produzenten

Ein Buch mit dem Titel "Archias Saatgut-Jahrbuch 1941" mit einem Cover, das Tomaten, Gurken, Paprika und Gläser mit verschiedenen Gemüsen zeigt.

EU-Saatgutverordnung bedroht Vielfalt und Existenz kleiner Produzenten

Ein geplanter EU-Saatgutverordnung wirft bei Kleinproduzenten und Hobbygärtnern Besorgnis auf. Das neue Gesetz, das derzeit verhandelt wird, könnte den Handel mit traditionellem Saatgut deutlich erschweren. Sollte es verabschiedet werden, droht seltenen Pflanzensorten das Aussterben.

Die Gespräche über die Verordnung begannen im Februar 2026 zwischen der Europäischen Kommission, dem Parlament und dem Rat der Mitgliedstaaten. Während das Europäische Parlament Ausnahmen fordert, um kleine Erzeuger zu schützen, setzt der Agrarministerrat auf strengere Regeln mit strengen Kontrollen.

Nach den geplanten Vorschriften müssten Saatguthersteller hohe Zertifizierungskosten tragen und strenge Auflagen erfüllen. Viele kleine Betriebe in Düsseldorf fürchten, die Regelung könnte ihr Aus bedeuten. Michael Bonke, Organisator des Düsseldorfer Saatgutfestes, warnte, die Verordnung könnte sie zur Schließung zwingen.

Saatgutbibliotheken in Köln und Neuss arbeiten bereits daran, die Artenvielfalt zu bewahren, indem sie Saatgut kostenlos verleihen. Claudia Neufurth von der Stadtbibliothek Neuss verzeichnet eine hohe Nachfrage nach bestimmten Sorten. Die Selbstversorgerin Anne Mommertz befürchtet, dass ohne Zugang zu traditionellem Saatgut viele Pflanzensorten langfristig verschwinden könnten.

Ohne Nischenanbieter könnten Gärtner bald nur noch auf standardisiertes Saatgut großer Industriekonzerne angewiesen sein. Unklar bleibt, wie stark die Verordnung kleine Produzenten belasten wird, da Details zu Kosten und genauen Auswirkungen auf die Betriebe noch fehlen.

Das Ergebnis der EU-Verhandlungen wird entscheiden, ob kleine Saatguthersteller weiter bestehen können. Sollten die strengen Regeln in Kraft treten, könnten seltene Sorten verschwinden und Hobbygärtner den Zugang zu vielfältigem Saatgut verlieren. Die endgültige Entscheidung liegt in den kommenden Monaten bei den europäischen Institutionen.

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