13 March 2026, 14:06

Erzbistum Paderborn räumt 489 Missbrauchsfälle und systemisches Versagen ein

Ein Buch mit Bildern und Texten, die die Geschichte der katholischen Kirche dokumentieren, einschließlich Fotos von ihren Räumen, Gängen und erhaltenen Artefakten.

Bistumspfarrer von Paderborn Bentz bittet um Vergebung nach Missbrauchsstudie - Erzbistum Paderborn räumt 489 Missbrauchsfälle und systemisches Versagen ein

Das Erzbistum Paderborn steht erneut in der Kritik, nachdem eine Studie 489 Fälle sexuellen Missbrauchs zwischen 1941 und 2002 aufgedeckt hat. Bischof Udo Markus Bentz räumte ein, dass die Erkenntnisse ein institutionelles Versagen offenbaren, und bat die Opfer um Vergebung. Der Skandal ist Teil einer größeren Krise der katholischen Kirche in Deutschland, die erstmals 2010 ans Licht kam.

Eine aktuelle Untersuchung identifizierte 489 Opfer und 210 beschuldigte Täter innerhalb des Erzbistums Paderborn. Der 2023 veröffentlichte Bericht veranlasste Bischof Bentz, systemische Versäumnisse beim Schutz der Schwächsten einzuräumen. Er bezeichnete das Ausmaß des Missbrauchs als verheerend und rief Betroffene auf, sich zu melden.

Seit Veröffentlichung der Studie wurden offiziell keine neuen bestätigten Fälle registriert, doch Berichten zufolge werden Stand März 2026 fünf bis zehn weitere Vorwürfe geprüft. Das Bistum hat sich verpflichtet, die unabhängigen Ermittlungen fortzusetzen, mit besonderem Fokus auf den verstorbenen Kardinal Johannes Joachim Degenhardt, dem eine Beteiligung an Vertuschungen vorgeworfen wird.

Überlebende haben bisher Entschädigungszahlungen in Höhe von 93 Millionen Euro erhalten. Unterdessen fordert ein Opferverband die Umbenennung der Kardinal-Jaeger-Straße und des Kardinal-Degenhardt-Platzes. Die Ehrung dieser Persönlichkeiten sei angesichts der Vorwürfe unangemessen, so die Begründung.

Das Erzbistum Paderborn hat weitere Transparenz im Rahmen der laufenden Untersuchungen zugesagt. Die Entschädigungszahlungen belaufen sich mittlerweile auf 93 Millionen Euro, doch die Forderungen nach Aufarbeitung bleiben bestehen. Die Reaktion der Kirche wird in den kommenden Monaten weiterhin genau beobachtet – von der Öffentlichkeit wie von juristischer Seite.

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