12 March 2026, 08:05

Düsseldorfs umstrittenes Drogenhilfezentrum nach Zürcher Vorbild startet in Oberbilk

Eine Zeichnung eines Parks mit spazierenden Menschen, umgeben von Bäumen, Gebäuden und einer Brücke, unter einem bewölkten Himmel, mit dem Text "Die zweite Dombrücke in Düsseldorf" unten.

Düsseldorfs umstrittenes Drogenhilfezentrum nach Zürcher Vorbild startet in Oberbilk

Düsseldorf plant neues Drogenhilfezentrum in Oberbilk nach Zürcher Vorbild

Düsseldorf will in Oberbilk ein neues Drogenberatungszentrum nach dem Vorbild der Zürcher Schadensminimierungsstrategie einführen. Die städtische Koalitionsregierung hat für das Projekt 3,3 Millionen Euro bereitgestellt. Das Zentrum soll Beratungsangebote, medizinische Versorgung und kontrollierte Konsumräume bieten. Doch der Widerstand in der Nachbarschaft ist groß – Anwohner und Schulen kritisieren die geplante Lage in einem Wohngebiet.

Das geplante Zentrum orientiert sich am sogenannten "Zürcher Modell", das Schadensbegrenzung mit strengen Regeln für den öffentlichen Drogenkonsum verbindet. In Zürich bietet das Drogeninformationszentrum (DIZ) Drogenchecks, Jugendprävention und niedrigschwellige Hilfsangebote für unter 35-Jährige an. Drei offizielle Konsumstellen im Stadtzentrum erlauben einen begrenzten Handel, während der öffentliche Konsum an anderen Orten verboten ist. Berichte aus dem Jahr 2026 zeigten, dass diese Maßnahmen sichtbare Drogenprobleme reduzierten – allerdings gab es auch Kritik an der polizeilichen Überwachung in den Einrichtungen.

In Düsseldorf soll das Oberbilker Zentrum seine Dienste schrittweise ab diesem Sommer aufnehmen. Dazu gehören Beratung, medizinische Grundversorgung und psychiatrische Unterstützung. Die Stadt argumentiert, dass die Einrichtung die Sicherheit rund um den Hauptbahnhof und in öffentlichen Räumen erhöhen werde, indem der Drogenkonsum in einen kontrollierten Rahmen verlagert wird.

Die Gegenwehr ist deutlich spürbar: Die "Bürgerinitiative Eisenstraße" sammelte über 2.200 Unterschriften gegen das Projekt und wirft der Stadt vor, damit gegen geltendes Recht zu verstoßen. Kritiker fordern stattdessen eine härtere Gangart der Polizei. Eine öffentliche Versammlung am Donnerstag soll Sozialarbeiter und Streetwork-Teams mit Anwohnern zusammenbringen, um deren Bedenken – insbesondere von nahegelegenen Schulen und Kitas – zu besprechen.

Der stufenweise Start des Zentrums beginnt in diesem Sommer, die Finanzierung in Höhe von 3,3 Millionen Euro ist bereits gesichert. Bei Erfolg könnte das Projekt die Drogenpolitik der Stadt neu prägen. Doch der Widerstand aus der Bevölkerung und mögliche juristische Hürden könnten den Fortschritt bremsen. Die Ergebnisse der Donnerstagsdiskussion werden voraussichtlich die nächsten Schritte für das Vorhaben maßgeblich beeinflussen.

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