DFG fördert Forschung zu Metaflammation und chronischen Entzündungen bis 2028
Julian SchmitzDFG fördert Forschung zu Metaflammation und chronischen Entzündungen bis 2028
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die zweite Förderphase für den Sonderforschungsbereich (SFB) 1454 mit dem Titel „Metaflammation und zelluläre Programmierung“ bewilligt. Von Januar 2025 bis Dezember 2028 wird die Initiative die Erforschung der Frage vertiefen, wie westliche Lebensstile chronische Entzündungen begünstigen. Am SFB sind Wissenschaftler:innen führender Einrichtungen beteiligt, darunter die Universität Bonn, die Technische Universität Braunschweig und das Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung.
Im Mittelpunkt des SFB steht das Phänomen der „Metaflammation“ – eine anhaltende, schwelende Entzündung, die mit lebensstilbedingten Erkrankungen in Verbindung gebracht wird. Dazu zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neurodegenerative Leiden und das metabolische Syndrom. Die Forscher:innen wollen aufdecken, wie Immunzellen fehlprogrammiert werden und dadurch chronische Gesundheitsprobleme entstehen.
In der zweiten Förderphase wird untersucht, warum entzündete Makrophagen Aspartat verlieren und welche Auswirkungen dies auf ihre Funktion hat. Ein zentraler Forschungsschwerpunkt ist die Rolle des Moleküls bei der Produktion von Stickstoffmonoxid, das an Immunreaktionen beteiligt ist. Zudem plant das Team, die Öffentlichkeitsarbeit auszubauen, um das gesellschaftliche Bewusstsein für die Folgen von Metaflammation zu schärfen.
Die Technische Universität Braunschweig leitet zwei zentrale Projekte innerhalb des SFB. Ein Forschungsteam entdeckte „Mesaconat“, ein entzündungshemmendes Molekül mit potenziellem therapeutischem Nutzen. Eine weitere Gruppe spezialisiert sich auf metabolische Profilanalysen und nutzt Massenspektrometrie, um stoffwechselbedingte Veränderungen bei Entzündungen zu kartieren. Ihre Arbeit bildet eine Kerninfrastruktur für das gesamte Forschungsnetzwerk.
Der SFB hat seinen Standort an der Universität Bonn und verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, um molekulare und zelluläre Mechanismen zu entschlüsseln. Partnerinstitutionen wie das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und das Deutsche Rheuma-Forschungszentrum (DRFZ) steuern Expertise in Immunmetabolismus und verwandten Gebieten bei.
Mit der verlängerten Förderung wird der SFB seine interdisziplinäre Forschung bis 2028 fortsetzen. Die Ergebnisse könnten klären, wie Ernährung und Lebensgewohnheiten chronische Entzündungen auslösen. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit soll zudem die Bedeutung der Bekämpfung von Metaflammation betont werden, um lebensstilbedingte Erkrankungen zu reduzieren.






