Deutschland scheitert bei digitaler Infrastruktur – ländliche Regionen besonders betroffen
Jakob WagnerDeutschland scheitert bei digitaler Infrastruktur – ländliche Regionen besonders betroffen
Deutschlands digitale Infrastruktur hinkt hinter weiten Teilen der EU her – besonders betroffen sind ländliche Regionen. Die Freien Wähler Nordrhein-Westfalen fordern nun dringende Maßnahmen, um die Versorgungslücken beim Hochgeschwindigkeitsinternet zu schließen.
Weniger als ein Viertel der Haushalte in ländlichen Gebieten Deutschlands verfügt derzeit über schnelles Internet. Damit liegt die Bundesrepublik weit hinter Ländern wie Rumänien und Lettland, wo über 60 Prozent der ländlichen Gebiete angebunden sind. Die Defizite traten besonders während der COVID-19-Lockdowns zutage, als die landesweite Nachfrage das System an seine Grenzen brachte.
Der Datenverkehr am DE-CIX, dem größten deutschen Internetknoten, hat sich im vergangenen Jahrzehnt verzehnfacht. Dennoch bleiben die Investitionen in die IT mit nur 1,4 Prozent des BIP gering – deutlich unter den 3,4 Prozent, die die USA aufbringen. Selbst eine einmalige Auszahlung von 200 Euro an Studierende ließ kürzlich Bundes-Systeme abstürzen und offenbarten so die Überlastung der bestehenden Infrastruktur.
Die Partei drängt nun Bundesminister Volker Wissing, einen detaillierten Zeitplan und ein konkretes Maßnahmenpaket vorzulegen. Ihr Vorschlag setzt ehrgeizige Ziele: Erste Schritte müssen noch bis Ende 2023 eingeleitet werden, 80 Prozent der Vorhaben sollen bis 2028 umgesetzt sein.
Mit der Forderung nach einer umfassenden Digitalstrategie soll das ländliche Deutschland an EU-Standards herangeführt werden. Bei Erfolg könnten in den nächsten fünf Jahren über 60 Prozent der Haushalte auf dem Land Hochgeschwindigkeitsinternet erhalten. Zudem soll die Strategie künftige Systemausfälle bei hoher Auslastung verhindern.
