Bürokratie und marode Infrastruktur belasten Unternehmen im Bergischen Land
Lotta HofmannBürokratie und marode Infrastruktur belasten Unternehmen im Bergischen Land
Unternehmensvertreter im Bergischen Land klagen über wachsende Bürokratie und marode Infrastruktur
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bergisch Land hat mit Abgeordneten über die Herausforderungen für Unternehmen in der Region gesprochen – doch wichtige politische Entscheidungsträger fehlten bei dem Treffen.
Bei dem von der IHK organisierten Dialog mit Abgeordneten aus dem Bergischen Land standen die zunehmende Unzufriedenheit der Wirtschaft und drängende Probleme im Mittelpunkt. Besonders die Energiepolitik wurde intensiv diskutiert: Unternehmen wie Privatpersonen brauchen dringend zuverlässigere und bezahlbarere Energieversorgung. Auch die Verkehrsinfrastruktur geriet in die Kritik, da Verzögerungen bei Sanierungen die wirtschaftliche Entwicklung behindern.
Henner Pasch, Präsident der IHK Bergisch Land, übt scharfe Kritik an den Behörden: Diese reagierten zu langsam und überflüteten die Unternehmen mit überflüssigem Bürokratieaufwand. Viele Betriebe müssten Personal und Mittel umwidmen, nur um die wachsenden administrativen Anforderungen zu erfüllen. Zwar hatte die Vollversammlung der IHK zuvor mit großer Mehrheit für einen Austausch mit allen gewählten Vertretern votiert, doch Abgeordnete von SPD und Grünen lehnten eine Teilnahme aus politischen Gründen ab. Die CDU hatte zunächst zugesagt, zog sich dann aber kurzfristig zurück.
Marcel Hafke (FDP) und Dr. Hartmut Beucker (AfD) unterstützten die Sorgen der Wirtschaft, wiesen jedoch darauf hin, dass viele Probleme nur auf Bundes- oder EU-Ebene gelöst werden können. Die IHK kündigte zudem eine Podiumsdiskussion zu den Europawahlen 2024 an – ein weiteres Zeichen für den Versuch, die Kluft zwischen Politik und Wirtschaft zu überbrücken.
Das Treffen zeigte, wie sehr die Spannungen zwischen Unternehmen und Politik wegen Bürokratie und Infrastruktur zunehmen. Angesichts der Abwesenheit zentraler Parteien betonte die IHK die Notwendigkeit einer breiteren Zusammenarbeit, um die wirtschaftlichen Hindernisse zu überwinden. Künftige Gespräche, etwa im Rahmen der geplanten Veranstaltung zu den Europawahlen, könnten eine neue Chance für den Dialog bieten.






