Bremer Buchladen provoziert Kulturminister Weimer mit riesigem Porträt an der Fassade
Lukas RichterBremer Buchladen provoziert Kulturminister Weimer mit riesigem Porträt an der Fassade
Ein Bremer Buchladen ist zum Mittelpunkt einer öffentlichen Auseinandersetzung mit Kulturminister Wolfram Weimer geworden. An seiner Fassade prangt nun ein großes Porträt des Ministers – begleitet von handschriftlichen Zitaten aus seiner Feder. Der unter dem Namen Goldener Laden bekannte Buchhandel war bereits zuvor durch provokante Parolen aufgefallen.
Der Goldene Laden in Bremen hatte einst den Spruch „Deutschland verrecke bitte“ an seiner Außenwand stehen. Der Laden wurde zudem als „der beste Buchladen unter Beobachtung des Verfassungsschutzes“ bezeichnet. Selbst Tassen mit der Aufschrift „Der Goldene Laden: Empfohlen vom Verfassungsschutz“ werden hier verkauft.
Kulturminister Wolfram Weimer hatte den Buchladen durch den Inlandsgeheimdienst, den Verfassungsschutz, überprüfen lassen. Als Reaktion darauf brachten sechs Personen ein riesiges Stofftransparent an der Giebelwand des Ladens an. Das Banner wurde an Haken befestigt, die eigens in die Mauer gebohrt worden waren.
Die neue Installation zeigt ein Porträt Weimers sowie mehrere persönliche Zitate von ihm, darunter den Satz „Das ist überhaupt nicht als Kulturkampf gemeint“. Im Schaufenster steht zudem eine Flasche Sekt mit dem Etikett „Fürst von Weimer“. Trotz der prominenten Präsentation betont die Inhaberin Ausma Zvidrina, dass der Buchladen Weimers Werke nicht ins Sortiment aufnehmen werde.
Die Fassade des Ladens wurde zu einer auffälligen Hommage an Weimer umgestaltet. Die Installation folgt auf die vom Minister veranlassten Ermittlungen und die Tradition des Buchladens, mit provokanten Aussagen auf sich aufmerksam zu machen. Die Ausstellung bleibt bestehen – seine Bücher wird man dort jedoch nicht finden.






