Bochum sucht nach fairen Taxipreisen im Kampf gegen Uber und Co.
In Bochum wird derzeit geprüft, wie Streitigkeiten über Beförderungsentgelte zwischen traditionellen Taxis und Fahrdienstvermittlern wie Uber gelöst werden können. Die Stadt hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, um ein neues Preismodell zu entwickeln. Eine Entscheidung der Verantwortlichen wird bis zum Spätsommer erwartet – dabei könnten auch Änderungen der bestehenden Taxivorschriften auf den Tisch kommen.
Ausgelöst wurde die Debatte durch einen Vorstoß der Freien Demokratischen Partei (FDP), die flexiblere Taxipreise forderte. Ihr Vorschlag umfasste niedrigere Tarife sowie die Möglichkeit für Kunden, vor Fahrtantritt Festpreise auszuhandeln. Damit sollen Taxis im Wettbewerb mit Fahrdienst-Apps gestärkt werden, die oft günstigere oder transparenter gestaltete Preise bieten.
Anders als das benachbarte Essen verfolgt Bochum dabei einen eigenen Ansatz. Essen erwägt ein geteiltes System, bei dem Taxis 2,80 Euro pro Kilometer berechnen dürfen, während für Apps strengere Regeln gelten sollen. Bochum hat hingegen bereits eine einheitliche Obergrenze von 2,50 Euro pro Kilometer für Taxis und Fahrdienstvermittler festgelegt. Der Stadtrat plant, diese Regelungen bis Februar 2026 in einer Satzung verbindlich festzuschreiben. Essen hat dagegen erst für März 2026 eine Anhörung von Sachverständigen angesetzt – ohne konkrete Zusagen.
Die Bochumer Verwaltung zeigt sich offen für Anpassungen der geltenden Taxigesetze. Das anstehende Gutachten wird das endgültige Preismodell prägen, wobei sowohl Branchenvertreter als auch Politiker einbezogen werden.
Eine Entscheidung über die neue Tarifstruktur soll noch vor dem Herbst fallen. Bei einer Zustimmung würde das Modell einen einheitlichen Grundpreis für alle Anbieter einführen und möglicherweise auch vorab vereinbarte Festpreise zulassen. Ziel der Änderungen ist es, den Wettbewerb auszubalancieren und gleichzeitig für Fahrgäste planbare Transportkosten zu gewährleisten.






