Bergisch Gladbach kämpft mit massivem Mangel an Schulbetreuungsplätzen
Lukas RichterBergisch Gladbach kämpft mit massivem Mangel an Schulbetreuungsplätzen
Bergisch Gladbach steht vor einem massiven Mangel an Betreuungsplätzen für Schulkinder. In der kommenden Schulzeit fehlen in der Stadt Plätze für 185 Kinder. Die Situation wird sich weiter zuspitzen, denn ab dem nächsten Schuljahr haben alle Erstklässler in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch auf ganztägige Betreuung.
Die neue Regelung belastet die bereits angespannte Kapazität der städtischen Einrichtungen. Aktuell können 32 Kinder in Bergisch Gladbach trotz rechtlichem Anspruch nicht untergebracht werden, da die Plätze nicht ausreichen.
Die Versorgungslücke ist jedoch ungleich verteilt: Während der Stadtweite Durchschnitt bei 76,9 Prozent liegt, beträgt die Abdeckungsrate in Moitzfeld nur etwa 58 Prozent. Besonders betroffen sind einzelne Schulen: An der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Heidkamp fehlen sieben Erstklässlern die Plätze, an der Katholischen Grundschule (KGS) Sand sind es vier. Die GGS Paffrath und die KGS Frankenforst können jeweils drei Kinder nicht aufnehmen, an der GGS An der Steinbreche sind es zwei. An der GGS Moitzfeld bleiben sogar 13 Erstklässler mit gesetzlichem Anspruch ohne Betreuung.
Als Sofortmaßnahme plant die Stadt, an der GGS Heidkamp eine verlängerte Betreuungszeit einzuführen, wodurch bis zu zehn zusätzliche Plätze entstehen sollen. Das Angebot würde 70 Euro pro Kind und Monat kosten und zunächst für ein Schuljahr gelten. Doch selbst diese Lösung erfüllt nicht die gesetzliche Verpflichtung zu achtstündiger täglicher Kinderbetreuung. Eine flächendeckende, bedarfsgerechte Erweiterung der GGS- und Offenen Ganztagsschul-(OGS)-Angebote in Moitzfeld wird frühestens 2027 erwartet.
Die aktuellen Maßnahmen der Stadt werden das Problem nicht vollständig lösen. Selbst mit der verlängerten Betreuung an der GGS Heidkamp bleiben viele Kinder ohne Platz. Die geplante Erweiterung in Moitzfeld kommt zu spät – bis dahin müssen Familien die Lücken selbst überbrücken.
