Bayer setzt auf zehn neue Blockbuster-Medikamente – doch alles hängt vom US-Gericht ab
Lukas RichterBayer setzt auf zehn neue Blockbuster-Medikamente – doch alles hängt vom US-Gericht ab
Bayer präsentiert ehrgeizige Pläne für den Marktstart von zehn neuen Blockbuster-Medikamenten innerhalb des nächsten Jahrzehnts – vorausgesetzt, eine bevorstehende Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA fällt zugunsten des Konzerns aus. Der Pharmariese treibt zudem die Zulassungserweiterung für sein Nierenmedikament Kerendia voran, obwohl die rechtlichen Auseinandersetzungen um das Unkrautvernichtungsmittel Roundup weiter anhalten. Anleger reagierten positiv: Die Aktie legte um 4,71 % auf 40,25 Euro zu.
Die Finanzzahlen für 2025 zeigen einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro, der vor allem auf hohe Prozesskosten zurückzuführen ist. Die Nettoverschuldung stieg zudem auf fast 30 Milliarden Euro – ein Zeichen für die Belastung durch die anhaltenden Klagen. Dennoch blieb die Pharmasparte stabil, gestützt durch Fortschritte in der Arzneimittelentwicklung.
Kerendia, ein zentrales Medikament zur Behandlung chronischer Nierenerkrankungen, erreichte kürzlich sein Hauptziel in einer Studie mit nicht-diabetischen Patienten. Bayer plant nun, einen Antrag auf erweiterte Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA einzureichen, was den Zugang zu einem deutlich größeren Markt ermöglichen könnte. Gleichzeitig wird der Wirkstoff Finerenon im Rahmen der FINE-ONE-Studie bei Patienten mit Typ-1-Diabetes und Nierenkomplikationen geprüft; ein FDA-Antrag für diese Indikation ist bereits eingereicht.
Die juristischen Auseinandersetzungen um Roundup prägen weiterhin die Zukunft des Unternehmens. Am 1. April 2026 finden vor dem US-Supreme Court mündliche Verhandlungen zu Warnhinweisen statt, mit einem Urteil wird bis Mitte Juni gerechnet. Investoren beobachten zudem eine geplante Exekutivverfügung, die die Versorgung mit Glyphosat – einem zentralen Bestandteil von Roundup – sichern soll. Die für denselben Tag wie die Gerichtsverhandlung anberaumte Hauptversammlung sieht eine Abstimmung über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie vor.
Bayers weitere Schritte hängen sowohl von wissenschaftlichen als auch von rechtlichen Weichenstellungen ab. Ein günstiges Urteil des Supreme Court könnte den Weg für die Ausweitung der Medikamenten-Pipeline ebnen, während neue FDA-Zulassungen die Umsätze steigern dürften. Wie das Unternehmen diese Herausforderungen meistert, wird über seine finanzielle Erholung in den kommenden Jahren entscheiden.