Apotheker kämpft gegen 87.000-Euro-Rückforderung der AOK Nordwest
Dr. Christian Fehske, Inhaber der Rathaus-Apotheke in Hagen, sieht sich mit einer Rückforderung von knapp 90.000 Euro durch die AOK Nordwest konfrontiert. Streitpunkt sind zwei hochpreisige Medikamente, die an einen Patienten abgegeben wurden. Die Krankenkasse wirft Fehske vor, gegen Apothekenvorschriften verstoßen zu haben, indem er eine "unwirtschaftliche Überversorgung" ermöglichte. Daraufhin hat er nun rechtliche Schritte gegen die Entscheidung eingeleitet.
Die Rückforderung begründet die AOK Nordwest damit, dass Fehske nicht verhindert habe, dass dem Patienten übermäßig viele Medikamente ausgehändigt wurden. Die Kasse strich die Erstattung vollständig und argumentiert, die Apotheke habe gegen die deutsche Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) verstoßen. Sowohl die Krankenkasse als auch ihre Aufsichtsbehörde verteidigten diesen Schritt in einer Anhörung des Landtags Nordrhein-Westfalen und erklärten, die vollständige Streichung der Zahlung sei gerechtfertigt.
Fehske hat inzwischen Klage gegen die Rückforderung in Höhe von 87.000 Euro eingereicht. Während der Vorbereitung seines Falls hat er sich wider Willen tiefgehend mit den juristischen Feinheiten von Apotheken-Erstattungen und seinen Rechtsmittelmöglichkeiten beschäftigt. Die Belastung durch die Situation setzt ihm zu – er ist enttäuscht und frustriert über seinen Beruf.
Falls seine ersten Rechtsmittel scheitern, plant Fehske, den Fall bis 2028 vor das Sozialgericht Dortmund zu bringen. Die finanziellen und emotionalen Folgen des Streits belasten nicht nur ihn: Eine seiner Mitarbeiterinnen, eine Pharmazeutisch-technische Assistentin und Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte, wird die Apotheke verlassen, um eine besser bezahlte Stelle bei einer Krankenkasse anzutreten.
Der Konflikt zeigt die finanziellen und bürokratischen Herausforderungen auf, mit denen unabhängige Apotheken im deutschen Erstattungssystem konfrontiert sind. Fehskes juristischer Widerstand könnte Präzedenzfall für ähnliche Fälle werden. Bis dahin bleibt der Ausgang ungewiss, während das Verfahren durch die Instanzen geht.






